Konzept und Produktion: Laura Kalauz und Marina Belobrovaja, Zürich 2010

Die von Theaterhaus Gessnerallee initiierte Reihe „WIR RETTEN ZÜRICH – EINE EVAKUIERUNG IN 12 SCHRITTEN“ setzt sich unter Beteiligung mehrerer Kunstschaffender mit verschiedenen öffentlichen Räumen der Stadt Zürich auseinander. Der Auftrag des Theaterhauses Gessnerallee an die KünstlerInnen besteht hierbei darin, Antworten auf die Frage „WER RETTET ZÜRICH?“ zu finden und konkrete Personen, Gruppierungen oder Phänomene für die Rolle der Rettenden vorzuschlagen. Das von beteiligten Kunstschaffenden gesammelte Material wird im Juli 2010 als ein gemeinsames Werk im Theaterhaus Gessnerallee umgesetzt.

Unser Projektbeitrag geht dem Phänomen der Spekulation in seinen diversen Ausprägungen nach. im Hinblick auf die Frage „WER RETTET ZÜRICH?“ wollen wir die These aufstellen, dass die wichtigste rettende Massnahme für Zürich – einen der massgebenden Wirtschaftsstandorte weltweit – in der Spekulation begründet ist. Denn wie es zurzeit von mehreren Wirtschaftsexperten behauptet wird, gibt es “ohne Spekulation keinen Wirtschaftswachstum und ohne Wirtschaftswachstum keinen Kapitalismus”. Das den Markt konstituierende und somit auch der heutigen westlich-kapitalistischen Gesellschaft zu Grunde liegende Prinzip der Spekulation soll in diesem Projekt auf verschiedenen Ebenen und unter Einbezug mehrerer ExpertInnen diskutiert werden.

Unsere Motivation bei der Umsetzung des Projektes besteht darin, die aktuell vorherrschende allgemeingesellschaftliche Sehnsucht nach einer Abgrenzung von den „trügerischen“ Machenschaften der Finanzwelt und einer klaren Beurteilung der „Schuldigen“ in Frage zu stellen. Tragen nicht vielmehr wir alle zum Weiterbestehen eines gesellschaftlichen Systems bei, das auf der Logik von Angebot und Nachfrage, von Gewinn und Verlust beruht?

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